Fräulein Holler kocht Blüten ein

Für ein wunderbares Holunderblütengelee benötigt man wirklich nicht viel – im Normalfall finden sich die Zutaten in jedem Haushalt. Nachdem Fräulein Holler aber dunkle Brotaufstriche bevorzugt, wurde erst heuer der Versuch eines hellen Aufstriches gewagt.

Ein Standardrezept gibt es jetzt schon einmal. An Feinheiten wird allerdings noch in der Versuchsküche getüftelt…

10 Holunderblüten
1 Liter Wasser
1 unbehandelte Zitrone
1 TL Säure (Weinsäure oder Zitronensäure)
500 g 2:1 Gelierzucker

Tipp: Hat man keine Säure zu Hause kann man auch den Saft einer weiteren Zitrone verwenden!

Holunderblüten von Insekten befreien. Am Besten für 30 Minuten auf ein weißes Tuch legen. Die meisten Insekten verlassen die Blüten und wandern auf den weißen Untergrund aus. Sollte es, wie im Moment, einen starken Befall an winzig kleinen Insekten geben, müssen die Blüten danach auch noch kurz ausgeschüttelt werden. Am Besten macht man das auch gleich über dem weißen Tuch – somit erkennt man schnell ob noch Insekten herausfallen.

Die Zitrone in dünne Scheiben schneiden und in ein großes Gefäß oder Kübel geben. Danach die Blüten von den groben Stängel schneiden und auf die Zitronen schichten. Die Säure (Alternativ den Saft einer Zitrone) im Wasser auflösen, über die Blüten gießen und mit einem Teller beschweren damit die Blüten unter Wasser sind. Den Ansatz an einem kühlen Ort einen Tag durchziehen lassen.

Will man einen intensiveren Geschmack und hat man einen wirklich kühlen Platz, kann man den Ansatz einen weiteren Tag stehen lassen. Nachdem aber kein Zucker im Ansatz enthalten und somit keine Haltbarkeit gewährleistet ist, kann es aufgrund der vielen Hefebakterien auf den Blüten relativ rasch zu einer Schimmelbildung kommen. Es ist also eine Gefühlssache ob man den Ansatz länger als einen Tag stehen lässt.

Nach dem Durchziehen wird der Ansatz durch ein sauberes Geschirrtuch in einen Topf filtriert. Am Besten gleich zweimal, dann bleibt auch sicher jede „Kleinigkeit“, die nicht ins Gelee gehört, draußen!

Nun 2 Tropfen Öl dazu geben (soll die Schaumbildung verhindern), den Ansatz aufkochen und den 2:1 Gelierzucker dazugeben.

Das Verhältnis 2:1 bezieht sich eigentlich immer auf kg Früchte (!) zu kg Zucker. Bei Zubereitung eines Gelees mit Saft (!) finden sich auf den meisten Gelierzuckerverpackungen eigene Angaben zum genauen Verhältnis. Nachdem Fräulein Holler kein festes Gelee mag, verwendet sie den Gelierzucker für ihr Gelee im gleichen Verhältnis wie für Marmelade! Also 1 Liter Saft auf 500 g Gelierzucker!

Das ganze nun 5 Minuten sprudelnd kochen lassen und immer wieder umrühren. Entsteht doch ein Schaum, wird dieser mit einem Schaumlöffel oder Sieb abgeschöpft.

Warum man den Schaum abschöpfen sollte: Die Luftbläschen, die damit im Marmeladenglas eingeschlossen werden, verringern die Haltbarkeit!

Zum Schluss das heiße Gelee in saubere Gläser füllen und sofort verschließen.

Tipp: Hat man kleine Gläser oder eine größere Menge abzufüllen, kann man das heiße Gelee in einen Messbecher mit Ausgießer geben und damit die Gläser einfach und sauber befüllen!

Gutes Gelingen!